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DORTMUNDER U
Zentrum für Kunst und Kreativität
Leonie-Reygers-Terrasse
44137 Dortmund

+49 (0) 231.50-24723
info@dortmunder-u.de

 

Termine

13.03. – 02.05.2021

Eintritt frei!

Corona-Newsroom


Ausstellung


 

Ab dem 19.04.2021 das Dortmunder U aufgrund der Corona-Pandemie wieder geschlossen.

Bis dahin Ist ein Besuch im Dortmunder U nur mit vorheriger TERMINBUCHUNG und NEGATIVEM CORONATEST möglich.

Zur TERMINBUCHUNG bitte HIER klicken.

 

 


 

Ein Jahr Corona-Berichterstattung. Ein Jahr von einem Thema besessen. Ein Jahr Aufmacher, Titelbilder, Aufsetzer, Ankerspalten, Infokästen, Push-Nachrichten, Eilmeldungen, Kommentare. Was für eine Wucht in all diesen Zeitungsseiten.

Die Ausstellung “Corona-Newsroom” des Künstlers Robert Szkudlarek umfasst einen Raum. In ihm unzählige Ausgaben: FAZ, Welt, Zeit, taz, Bild, Süddeutsche Zeitung RN und den Westfälischen Anzeiger, für den Robert Szkudlarek seit 2005 als Pressefotograf arbeitet. In der Zeit vor Corona fing er Menschen und ihre Geschichten in seinen Fotos ein. In der Zeit mit Corona macht er das wieder, auch davon zeugt die Ausstellung. Pressekonferenzen, Kulturveranstaltungen, Menschen treffen: Die normale Arbeit als Journalist ist eine Seltenheit geworden. Das Gruppenfoto, das für Lokalreporter ein Klassiker ist, muss neu arrangiert werden, weil Abstandsregeln einzuhalten sind. Persönliche Treffen finden mit Maske oder draußen statt, Pressegespräche am Telefon oder digital. 

Im “Corona-Newsroom” liegen Titelseiten und Zeitungsausschnitte in Massen aufgebahrt. Sie zeigen den Irrsinn, der innerhalb eines Jahres ein schwer erträglicher Alltag wurde. Und die Besessenheit, mit der sich Journalisten dem einen Thema widmen, weil ihnen alles andere alternativlos erscheint. Was kommt nach Corona, fragen wir uns. Doch haben wir vergessen, was neben Corona existiert?

Mitten im Dortmunder U, in dem als Lautsprecher bezeichneten Raum, hat Robert Szkudlarek den “Corona-Newsroom” erschaffen. Schon von außen ist sein Thema für die Besucher des Dortmunder Prestigeprojekts erkennbar. Auf dem Glas, durch das eigentlich ein Blick in die Ausstellung zu erhaschen wäre, stehen Begriffe, die v. C. keinen Sinn ergeben hätten: Inzidenz, R-Wert, Infektionswelle. I. C. sind sie allgegenwärtig.

Robert Szkudlarek ist Dortmunder, das Herz der Stadt ist auch seine Gegenwart. Geboren 1967 in der Stadt mit der größten Jesus-Statue der Welt, haben Alfred Eisenstaedt und Helmut Newton seinen Blick geprägt.

Im “Corona-Newsroom” werden die Besucher Teil der Installation, sie sind  umgeben von all der Reflexion von Medien über das Thema. Sie spüren die Beklemmung eines monothematischen Jahres und haben doch auf leerem Zeitungspapier Zeit die eigenen Schlagzeilen zu reflektieren.Kleine Lücken in dieser ersten Trinitas von Robert Szkudlareks Ausstellung zeigen die Pausen, die uns 2020 gab, um durchatmen zu können. Es sind die kleinen Lücken des Sommers, zwischen Lockdowns und Wellen, die uns Besucher erst empfangen und uns dann auf die Wucht der Medienlandschaft prallen zu lassen. Das Virus, es ist auf den Zeitungsseiten des “Corona-Newsroom” und es ist außen - in unserer Gegenwart.

Ein Jahr ist vergangen, seit die ersten kleinen Meldungen über ein neuartiges Virus in China auf den Zeitungsseiten erschienen und doch ist das Thema heute so aktuell wie vor zwölf Monaten, weil Medien, Politik, Gesellschaft es zum Schwerpunkt ihrer Geschichten machen. Weil das Virus uns im Griff hat. Was macht die Pandemie mit uns, fragt Robert Szkudlarek. Was macht sie mit uns als Journalisten, als Leser, als Menschen?

Text: Katharina Bellgardt 

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