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DORTMUNDER U
Zentrum für Kunst und Kreativität
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Termine

10.11.2017, 19 Uhr

EINTRITT FREI

Die Kinokasse öffnet eine halbe Stunde vor Filmbeginn. Filmprogramm ohne Werbung!

RESERVIERUNGEN:
Mail: verein@kino-im-u.de
Telefon: 0231.50 25 486

BARRIEREFREIHEIT
Das Kino verfügt über eine induktive Höranlage und ist für RollstuhlfahrerInnen ohne Hilfe zu erreichen.

OKTOBER (Oktjabr')

Einführung: Dr. Christoph Hesse


Film

RWE Forum | Kino im U


 

UdSSR 1928 | Stummfilm | 116 Min.

Regie & Buch: Sergej Eisenstein, Grigorij Aleksandrov | Kamera: Eduard Tissé | Darsteller: Nikolai Popov, Vasilij Nikandrov, Boris Livanov, Nikolaj Podvojskij, Eduard Tissé | Produktion: Sovkino, Moskau | Rekonstruierte Fassung von 2012 | Musik: Edmund Meisel | Musikbegleitung: Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dirigiert von Frank Strobel 

Sein „Panzerkreuzer Potemkin“ macht Sergej Eisenstein mit einem Schlag berühmt. Spätestens nach der aufsehenerregenden Vorführung dieses Films im April 1926 in Berlin kennt man den erst 27 Jahre alten Regisseur in Europa, bald auch in Amerika. Stalin persönlich ersucht ihn, einen Film über die Umgestaltung der Landwirtschaft in der Sowjetunion zu drehen, und noch ehe Eisenstein mit dieser Arbeit zu Rande kommt, ereilt ihn bereits ein neuer Auftrag: ein Film über die Oktoberrevolution zu deren zehntem Jahrestag 1927.

„Der Film ist der letzte in dem Zug der großen russischen Revolutionsfilme“, schreibt damals Siegfried Kracauer in der Frankfurter Zeitung. „Stammten jene ihrer Komposition und ihrem ganzen Gebaren nach aus dem undefinierten Zentrum revolutionärer Erregung, dem der Verband der Bilder seine gestalthafte Einheit verdankte, so entspringen die Einzelheiten dieses Films zum Teil dem Begriff.“ Damit hat er recht, wiewohl die Inszenierung der historischen Ereignisse angeblich mehr Schaden angerichtet habe als die Erstürmung des Winterpalais im Oktober 1917. Die Begeisterung, die der „Panzerkreuzer Potemkin“ bei seinen Zuschauer ausgelöst hat, weicht nun irritiertem Staunen. In der Sowjetunion wird der Film „Zehn Tage, die die Welt erschütterten“ (so der erste deutsche Titel) als zu schwer verständlich kritisiert. Eisenstein selbst erklärt dazu, er habe sich hier in einer neuen Technik versucht, die er als intellektuelle Montage bezeichnet; eine Form politischer Rhetorik im Film, der es mehr auf thematische Assoziationen als etwa eine Kontinuität der Handlung ankommt. Gezeigt werden soll die Wirkung großer geschichtlicher Kräfte, die kein Protagonist zu verkörpern vermöchte.

Dr. Christoph Hesse
ist Film- und Literaturwissenschaftler und arbeitet an der FU Berlin, aktuell an der Edition des Briefwechsels zwischen George Grosz und Hermann Borchardt. Buchveröffentlichungen u.a.: Filmexil Sowjetunion. Deutsche Emigranten in der sowjetischen Filmproduktion der 1930er und 40er Jahre, München: edition text+kritik, 2017; Filmstile, Wiesbaden: Springer VS, 2016 (mit Oliver Keutzer, Roman Mauer, Gregory Mohr); Unreglementierte Erfahrung, Freiburg: ça ira, 2015 (hg. mit Devi Dumbadze); Briefe an Bertolt Brecht im Exil, 3 Bände, Berlin: De Gruyter, 2014 (hg. mit Hermann Haarmann).

Eine Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache und des Kino im U e.V. in Kooperation mit dem Hartware MedienKunstVerein (HMKV)

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