Bedienbarkeit Sitemap Skip menu

DORTMUNDER U
Zentrum für Kunst und Kreativität
Leonie-Reygers-Terrasse
44137 Dortmund

+49 (0) 231.50-24723
info@dortmunder-u.de

© Gerber Architekten, Foto: Hans Jürgen Landes

© Gerber Architekten, Foto: Hans Jürgen Landes

Architektur

Die Architektur für die Metamorphose der Kellerei zum kreativen Ort

Ein schrundiger, eher unansehnlicher Baublock, ein Solitär mitten in der Wüstenei eines abgeräumten Industrieareals, beeindruckend und ein wenig abschreckend zugleich, im Inneren acht mäßig belichtete, gleichförmige Geschosse – die Aufgabe war gewiss nicht leicht, in dieses problematische und eigenwillige Relikt Dortmunder Brauereitradition ein Kunst- und Kreativzentrum einzubauen.

Der Architekt Professor Eckhard Gerber aus Dortmund und seine Mitarbeiter hatten im Architektenwettbewerb einen von drei 2. Preisen errungen (ein 1. Preis wurde nicht vergeben) und haben sich im weiteren Verfahren mit ihrem Entwurf durchsetzen können. Ihre Arbeit unterschied sich von den konkurrierenden vor allem durch die Form der Erschließung. Während die Museums- und Medienleute über das spärliche Tageslicht durch die kleinen Fensteröffnungen nicht gerade unglücklich sind, da sie ohnehin gerne mit kontrolliertem künstlichen Licht arbeiten, finden die Besucher und auch die Baukünstler Licht, Luft und Raumeindrücke sympathisch.

Viele Wettbewerbsteilnehmer planten deshalb, Lichthöfe durch das gesamte Gebäude zu brechen, die einerseits die Ebenen zusätzlich belichten, andererseits einen räumlichen Zusammenhang der Flächen im Gebäude herstellen. Die bei diesen Konzepten wünschenswerte Offenheit hatte jedoch keine Chance der Realisierung, da es sich bei den Nutzern der Ebenen um unterschiedliche Institutionen handelt und da Sicherheits- und Brandschutzbelange dem entgegenstehen. Gerber Architekten fanden eine andere Möglichkeit, das Haus in seiner Gänze erlebbar zu machen. Sie schlugen vor, entlang der Ostseite in allen Geschossen die erste Reihe der Deckenfelder herauszunehmen und auf diese Weise zwischen der Außenwand und den Etagen eine gebäudehohe Halle zu gewinnen, die »Kunstvertikale«, die der Erschließung dient und in der der Besucher die Dimensionen und die Präsenz des historischen Bauwerks erfahren kann. Gleichzeitig schafft die Halle eine optische und physische Verbindung der Ebenen und der Institutionen miteinander, eine Voraussetzung für die gewünschten Synergieeffekte und die multifunktionale Nutzung des Gebäudes. Die Kunstvertikale, die Zusammenführung der Flächen in Turm und Annex sowie der große Oberlichtsaal, den Gerber Architekten im 6. Obergeschoss des Annexes anboten, gaben den Ausschlag für die Entscheidung, das Dortmunder Büro mit der Aufgabe zu betrauen.

Text: Prof. Dr. Falk Jaeger

Seite wird geladen...